Dorflehrer gründete Wehr

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Dorflehrer gründete vor 100 Jahren Kopper Wehr


18 aktive und sieben Mitglieder in der Altersabteilung zählt die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Kopp zum 100-jährigen Jubiläum. Zeitgleich mit dem Stiftungsfest wird am 13. und 14. September die Einweihung des neuen Feuerwehr-Gerätehauses gefeiert.





Kopp. (vog) "Die Kameradschaft und die Einsatzbereitschaft sind bei uns am schönsten. Egal ob beim Löschen oder beim Feiern", resümiert Hubert Meyer. Der 77-Jährige gehört seit 40 Jahren zur Kopper Wehr, davon 21 Jahre (1965 bis 1986) als Wehrführer. Frank Schmitz ist erst seit April aktiv dabei. Der 16-Jährige sagt: "Es war für mich ganz selbstverständlich, in die Feuerwehr einzutreten. Das ist in unserer Familie Tradition."

Quasi auf vier Generationen Tradition kann die Kopper Wehr beim Jubiläum schauen. Dorflehrer Nikolaus Thul gründete sie 1908. Er war auch ihr erster Leiter. Den Spritzenwagen der Anfangszeit haben die Wehrleute restauriert und im Bürgersaal über der Theke aufgebaut. Ein schönes Relikt.

In der Doppelgemeinde Kopp-Eigelbach mit 250 Einwohnern muss die Wehr glücklicherweise nicht sehr oft ausrücken. Klaus Koßmann erinnert sich an den Großbrand einer Siedlung in Eigelbach an Fastnachtsdienstag 1986. Vor kurzem brannte in Eigelbach eine KFZ-Werkstatt komplett nieder. Wehrführer Hermann Josef Funk-Haas: "Innerhalb von 22 Jahren hatten wir somit zwei Großeinsätze."


Mal ein Hochwasser-Einsatz oder ein Flächenbrand bei trockenen Sommerwiesen stehen auch auf der Einsatzliste der Kopper Wehr. Für die Ausrüstung und die Mannschaft haben die Kopper Wehrleute in den vergangenen zwei Jahren mehr als 1400 Stunden Eigenleistung gebracht. Sie haben ein neues Feuerwehr-Gerätehaus am Dorfplatz gebaut.

Der 72 000 Euro teure Bau wird am 14. September eingeweiht. Sicherlich gibt es dann viel zu erzählen. Ebenso wie manche Anekdoten von den Ausflügen der Wehr noch immer für Erheiterung sorgen. Meyer erzählt: "Als wir zu einer Zwei-Tages-Tour in Holland ankamen, war das Hotel in der Nacht zuvor abgebrannt." Es wurde trotzdem ein fröhlicher Aufenthalt. "So fröhlich, dass viele das neue Quartier in der Nacht nicht mehr fanden", sagt ein Mitglied aus der Altersabteilung lachend.

Koßmann berichtet amüsiert von einem Ausflug ins Zillertal, als die Mannschaft nach einer Feier zu Fuß ins nächste Dorf marschierte. Die Kopper Wehr hatte im Lokal zu laut gesungen und wurde "des Platzes verwiesen". Den Tadel noch im Gedächtnis, sprangen einige Wehrleute beim Heimweg in ein Kornfeld, als die Polizei mit Sirene an ihnen vorbei zu einem anderen Einsatz fuhr. Programm Samstag, 13. September: ab 19 Uhr Dämmerschoppen Sonntag, 14. September: 11.30 Uhr Festansprachen, Schlüsselübergabe und Einsegnung neues FFW-Haus, 12.30 Uhr Konzert Musikverein Büscheich, 15 Uhr Schauübung FFW Birresborn



Die Handspritze aus dem Gründungsjahr 1908 der Kopper Wehr hat einen Ehrenplatz im Bürgerhaus. Vier kräftige Männer sind nötig, um die 100 Jahre alte Spritze aufzupumpen. TV-Foto: Gabi Vogelsberg


Quelle: Trierischer Volksfreund
Ausgabe 09.09.2008


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