die Schule

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Gerade auf dem Lande wurde Schule sehr häufig »nebenher« von Geistlichen, Hilfsgeistlichen oder Küstern gehalten. Es verwundert daher nicht, wenn wir die ersten Nachrichten über die Kopper Schule in kirchlichen Akten finden. So gehörte es auch bei dem 1743 erwähnten Deservitor Ferdinand Meyer zur Aufgabe, die Kinder zu unterrichten. 1778 wird der Vikar Joseph Nohn ausdrücklich auch als Schulmeister bezeichnet. 1779 fand der Visitator Canaris in Kopp ein »wohl conditioniertes Schulhaus« vor; 4 Buben und 6 Mädchen waren schulbar. 1780 wird dem geistlichen Lehrer Reuter, geb. 1748 zu Trier, unter Strafandrohung der Suspension (Dienstenthebung) die Ausübung der Jagd verboten. Eine Zählung 1784 ergab 15 schulbare Kinder.


Bürgerhaus


Zu dieser Zeit standen dem Lehrer als Vergütung zu: 3 1/2 Malter Korn, 12 Rhein. Taler, 24 Wagen Holz, 3 Wagen Heu, 1 Garten zur Nutzung, 6 Morgen Ackerland, welches auf Kosten der Gemeinde gepflügt und besät wurde. Ergänzt wurden diese Leistungen noch durch freien Weidegang für das Vieh und andere Einkünfte aus der Kirche.


Wenn es bei dem 1785 angestellten Priester Samst heißt, daß er im Winter Schule halten soll, dann weist auch dies auf einen der Mängel hin, die dem Eifeier Schulwesen anhafteten: Die Kinder wurden im Sommer zum Viehhüten und anderen landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen, so daß keine Zeit mehr zu einem ordnungsgemäßen Unterricht verblieb. Das Eifeier Sprichwort »Im Sommer Lehrer und im Winter Maurer« weist in lustiger Form auf einen Traumberuf und auf diesen Mangel im gesellschaftlichen Umfeld hin.


Schulfoto


Ein weiterer Mangel bestand sehr häufig in der Person des Unterrichtenden. So finden wir zu der Person des Priesters Samst viele Beanstandungen: Seine Leistungen im Katechismus waren mittelmäßig, in Rechnen, Schönschrift und Rechtschreibung sogar schlecht. Im Visitationsprotokoll findet man über ihn die Bemerkung: »Hielt schon seit zwei Jahren, wie er mir sagte, durch einen Buben von Wallenborn die Schule auf und will sie bald abgeben.« Der Kommission wird empfohlen, ihm die Schule wegen Unfähigkeit zu entziehen. Hinzu kommt, daß er aus Einkommensgründen Messen an anderen Orten hält, was auch nicht dem Unterricht förderlich ist.


Schulfoto


Diese widrigen Verhältnisse führten dazu, daß gegen Ende des 18. Jahrhunderts vielleicht 5 Prozent der Dorfbevölkerung in der Eifel lesen und schreiben konnten. Auch die französische Zeit brachte keine wesentlichen Verbesserungen. Diese kam erst langsam mit der Zugehörigkeit zu Preußen.
So wurde durch eine Schulordnung der Regierung in Trier 1817 die Schulpflicht für Kinder vom 7. bis 13. Lebensjahr eingeführt. Das Schulgeld wurde durch den Gemeindediener einkassiert, und für Ausfälle bei zahlungsunfähigen Eltern mußte die Gemeinde eintreten. Trotzdem dauerte es noch lange, bis das heutige Schulsystem entstand.


Kinder beim spielen