Religiöses Leben

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Pfarrzugehörigkeit
Für die Ansicht, dass Kopp ursprünglich zur Pfarrei Birresborn gehörte, ließen sich keine Anhaltspunkte finden. Kopp scheint vielmehr von Beginn an zur Pfarrei Büdesheim gehört zu haben. Die jahrhundetelange Zugehörigkeit endete im Februar 1788, als das Generalvikariat den im letzten Visitationsbericht vorgeschlagenen Austausch von Filialorten zwischen den Pfarreien Büdesheim und Mürlenbach vollzog: Hinterhausen kam zu Büdesheim, Kopp zu Mürlenbach.
Die französische Zeit brachte auch für die Pfarrorganisation Änderungen: Durch die Verordnung vom 2.2. 1803 wurde das Friedensgericht Kyllburg mit einer Pfarrei mit Staatsgehalt (=Kyllburg) und zehn Pfarreien ohne Staatsgehalt (Sukkursalen) gebildet. Eine dieser zehn Pfarreien war Mürlenbach mit den Filialen Birresborn und Kopp.
1898 und 1901 scheiterten die Verhandlungen, eine Umpfarrung von Mürlenbach nach Birresborn zu erreichen, zuerst am Widerspruch Mürlenbachs, dann Birresborns. In diesem Zusammenhang ist ein Schreibfehler zu erwähnen, der aus dem Worte »Umpfarrung« das Wort »Urpfarrung« machte. Dadurch mag der Eindruck entstanden sein, daß Birresborn die Urpfarrei war.
So wie bei anderen Pfarreien gab es auch zwischen Büdesheim und seinen Filialen Streitigkeiten. Ursachen hierfür waren u.a. Selbständigkeitsbestrebungen der Filialen, Bezahlung der Pfarrer, Kirchenbesuch, Küster und vieles mehr. So beklagt sich am 20. 9. 1721 der Pastor P. Thomae schriftlich in Prüm über die Filialen Wallersheim, Kopp, Oos und Schwirzheim, die alle eigene Kapellen haben:


I) Sie schicken dem Pastor nach altem Mißbrauch bei Versehgängen solch stupide und unwissende Menschen, Schweinehirten und derartige Leute, die sie gerade greifen können, aus ihrer Kapelle mit den Gewändern, die bei der Spendung der Sakramente kein Wort antworten und in keiner Weise dienen können. Das störe und verwirre den Priester, besonders in eiligen Fällen.

II) Die Filialisten wollten nicht, daß die Glocken der Pfarrkirche für ihre Toten geläutet würden, daß der gemeinsame Pfarrschulmeister bei ihren Toten- und anderen Messen singe, damit sie ihm nicht die Abgaben zu leisten brauchten wie die Einwohner von Büdesheim, sondern die Küstereinkünfte der Reihe nach selbst ziehen könnten.

III) Sie trachteten danach, sich Kapläne weihen zu lassen und anzustellen, die ihnen die Sonntagsmesse und den sonstigen Gottesdienst hielten, damit sie nicht gemäß altem Brauch, den Satzungen des Konzils und den neuesten Erlassen des Kurfürsten in der Pfarrkirche zu erscheinen brauchten.

IV) Die Filialisten, besonders die Wallersheimer, verlangten die Trauungen in ihren Kapellen. Einige frühere Pastores hätten wegen Verwandtschaft mit den Bauern von Wallersheim oder aus anderen eigennützigen Gründen ohne Genehmigung der Obrigkeit solch üble Gewohnheiten aufkommen lassen und bestärkt. Alles dies aber trage dazu bei, die Sakramente zweifelhaft und die Zeremonien der Kirche verächtlich zu machen und gereiche zum Schaden der Seelen.«

Der Send (Kirchengericht, zuständig für öffentliche Vergehen gegen Kirchengebote) bestand 1570 (ebenso 1677 aus 16 Mitgliedern, davon
je 7 aus Büdesheim und Wallersheim und 2 aus Oos. Die Filialen Kopp und Schwirzheim waren nicht vertreten, was auch ein Zeichen oder eine der Ursachen für die schlechte Beziehung zwischen Filiale und Pfarrei sein mag.

 

Pfarrer




Einkommen der Priester
Auch die Beteiligung der Filialorte an den Bezügen der Priester sowie die Gebühren für kirchliche Handlungen waren des öfteren Anlaß zu Streitigkeiten. 1677 hat jede Familie der Filialorte 2 Albus für den Hirten zu zahlen, der das Vieh des Pastors hütet. 1766 werden die bis dahin bräuchlichen Stolgebühren auch für die Zukunft festgesetzt. So kostet eine Trauung 1 Rthlr. und 48 Albus, eine Beerdigung 2 Rthlr. und 24 Albus.

In der französischen Zeit war jede Regelung über die Einkünfte der Priester ungültig geworden, und es mußte nach neuen Lösungen gesucht werden. Da der Pfarrei Mürlenbach kein Staatsgehalt zustand, versprachen Maire (vergleichbar dem späteren Amtsbürgermeister) und die Minizipalräte der Pfarrgemeinde Mürlenbach folgendes Zusatzgehalt in Naturalien von jeder Ehe: Mürlenbach - 1 Scheffel Korn, 1 Scheffel Hafer, Birresborn - 3/4 Scheffel Korn, 1 Scheffel Hafer und Kopp und Usch - 1 Scheffel Korn, 1 Scheffel Hafer.

1815 beklagt sich jedoch Pastor Knodt, dass ihm die zustehenden Naturalien nicht gebracht würden und er praktisch von Haus zu Haus das ihm Zustehende erbetteln müsse. So seien ihm u. a. in Kopp 14 Malter Korn und 13 Malter Hafer ausgeblieben. Diese Schwierigkeiten hatte der Vikar nicht, der während der französichen Besatzung in Kopp den Dienst versah, weil damals der Bürgermeister (Maire) ermächtigt worden war, alle Abgaben für ihn einzutreiben und entsprechende Anordnungen zu erteilen.

In diesem Zusammenhang ist noch erwähnenswert, daß 1743 und in den darauffolgenden Jahren in der Büdesheimer Kirche wegen derer Armut das Ewige Licht nicht immer brannte. Daher wird 1766 verordnet, daß Wallersheim, Oos, Schwirzheim und Büdesheim je 1/5, Büdesheim nochmals 1/10 und Kopp das letzte 1/10 der Kosten hierfür zu übernehmen haben.


Hilfsgeistliche in Kopp
Die alte Pfarrei Büdesheim hatte wohl schon sehr früh Hilfsgeistliche, die den Pfarrer in der weiträumigen Pfarrei unterstützten. Neben Hilfsgeistlichen für die ganze Pfarrei gab es - vor allem in der Neuzeit - Hilfsgeistliche, die ihren Dienst an einem Filialort versahen. Einige dieser Hilfsgeistlichen konnten auch für Kopp nachgewiesen werden:

Ferdinand Meyer, 1742 als Deservitor erwähnt, 1748 als »presbyter titularis« bezeichnet. Angestellt war er durch Pastor und Gemeinde. Seine Aufgabe bestand darin, die Kinder zu unterrichten und an Sonntagen abwechselnd Predigt und Katechese zu halten. Sein Lebenswandel wird als ehrbar bezeichnet.

Josef Nohn, approbierter Priester, wurde 1778 mit Einwilligung des Pastors als Vikar und Schulmeister angestellt. Sein Einkommen war aber so gering, daß der Visitator und der Pastor der Meinung waren, dafür lasse sich kein geeigneter Geistlicher finden, und es wäre besser, wenn die Kopper die Pfarrkirche besuchen.

Reuter, geb. zu Trier 1748, als geistlicher Lehrer bezeichnet. 1780 wurde ihm unter Strafandrohung die Ausübung der Jagd verboten.
Samst, im Juni 1785 mit Genehmigung des Generalvikariats als Priester in Kopp angestellt. Er soll alle Sonn- und Feiertage Messe und Christenlehre und mit Erlaubnis des Pfarrers auch »hohen Dienst« halten, ebenso im Winter die Schule. An anderer Stelle ist sein Name mit Sambs angegeben.

Martin Schroeder, Vikar von 1800 bis 1804, danach war er Pfarrer in Brandscheid.
Lambert Ballmann, geb. 9.11.1762 in Oberlauch, nachgewiesen als Vikar für Kopp ist er seit 5.10.1805 bis 1837.

 

Aus Kopp stammende Priester
Johann Zierden, geb. 18.12.1754 in Kopp, 1778 Magister der Universität Trier, 27.3.1784 Subdiakon, 1786 Vikar in Mürlenbach, gestorben 29.3.1819 in Niederstadtfeld, beigesetzt in Meisburg.

F.S. Thomas Kap, geb. 1754 in Kopp, geweiht 1784, Hilfsgeistlicher in Mürlenbach.

Nikolaus Dionysius, geb. 31.3.1832 in Kopp, geweiht 29.8.1863, Kaplan in Speicher, Pfarrer in Dasburg vom 1.10.1866 bis 4.5.1871, gestorben in Dasburg an den dort herrschenden Pocken.