Orts- und Hausnamen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Nur selten lässt sich die Herkunft des Ortsnamen eindeutig bestimmen, so auch bei den drei Siedlungsnamen Kopp, Eigelbach und Geiserath.

Was Kopp angeht, so sind hier folgende zwei Deutungen möglich: - Das lateinische Wort >cuppa< (Becher, dtsch. Bedeutung = Kopf) hat sich sowohl in altfränzösisch (>cope<) wie im altenglischen (>cop<) zu der Bedeutung >Gipfel< entwickelt. Die Bedeutung Gipfel, Anhöhe, Berg findet sich in den verschiedenen Wortformen Koppe, Kopf, Kuppe. - Die >Eiflia Illustrata< spricht die Vermutung aus, dass der Name von den hohen Felsen (Koppen, Köpfen) abgeleitet sei, die den Ort umgeben. Die erste Erklärung dürfte die Zutreffendste sein.

Zu Eigelbach ist dem Autor nur die Deutung zu >Egel< (Blutegel) bekannt. Das Vorhandensein dieser Tierart dürfte dem Bach und damit der Siedlung >An der Eigelbach< den Namen gegeben haben.

Nach den Erkenntnissen der Ortsnamenforschung ist die in der Bezeichnung Geiserath (Gisselrode) enthaltene Endung >-rath< (rode, rot, rod) ein klarer Hinweis auf die Gründung einer Holzfällersiedlung in der Zeit der Waldverdrängung. Eine Fülle Eifeler Orts- und Flurnamen mit diesen Endungen erinnert an den großen Waldreichtum dieser Landschaft und an die Rodungsmaßnahmen. Die meisten dieser Ortsnamen sind urkundlich erstmalig um das 12. oder 13. Jahrhundert erwähnt. so dass wir diesen Zeitraum auch für Geiserath annehmen können. Als Bestimmungswörter kämen in Frage: keltisch >cais< (Gais) für Berg, Anhöhe; althochdeutsch >geiz< (Geis) für Ziege; >gis< für Sumpf, Moor oder ein Personenname (Gisso, Giso, Gesso). Ohne eingehende Forschung dürfte dieser Ortsname kaum zu klären sein, zumal sich noch weitere Deutungen anbieten (althochdeutsch >gero< = Spitze, Speer für keilförmiges, dreieckiges Landstück oder >kißel<, Bezeichnung für ein Flurstück, welches sich keilförmig zwischen andere schiebt.)

Der Prümer Abt Wilhelm belehrte am 18. August 1514 den Zülpicher Amstmann Johann von Hersel. In dieser Urkunde ist auch der Zehnt zu Gisselrode aufgeführt. 1797 hören wir zum leztenmal vom Gehöft Geiserath. Nur noch ein Flurname erinnert heute an die frühere Siedlung (Gehöft oder Dorf) Geiserath.

In der Eifel bekommen Häuser einen Hausnamen. Mit der Zeit wird auf ein Haus entweder der Familienname seines Erbauers, Eigentümers und Pächters oder sein Funktionsname, zum Beispiel Mühle, übertragen. Deshalb lassen Hausnamen auch Rückschlüsse auf frühere Familiennamen der Bewohner und Besitzverhältnisse zu. Hier einige Beispiele der Hausnamen in Kopp: Detzen, Fritschen, Krimmisch, Leitzen, Linden, Lötzen, Meertes, Millisch und Thomeßen.

Unsere Vorfahren haben nämlich schon früh erkannt, dass Hausnamen feste Bezugspunkte sind, die eine effizientere Dorfkommunikation ermöglichen. Die Bewohner der einzelnen Häuser kommen und - durch den Generationswechsel bedingt - gehen, die Häuser aber bleiben über Jahrzehnte und Jahrhunderte stehen. Der Hausname bildet somit im Dorfgefüge einen festen zeitlichen und räumlichen Orientierungspunkt.