Zugehörigkeit zu Preußen

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Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde unsere Heimat Preußen zugeteilt; Kopp gehörte nun zur Bürgermeisterei Wallersheim im Kreise Prüm. Später kam Kopp zu den Bürgermeistereien Mürlenbach und Birresborn.

Für das Jahr 1840 erwähnt die >Eifilia Illustrata< an Gemeindeeigentum: 30 Morgen Holzungen, 25 Morgen Schiffel- und Wildland und 7 Morgen Wiesen und andere Ländereien. An gleicher Stelle wird die Größe des Ortes mit 25 Wohnhäusern und 170 Einwohnern angegeben. Hinzu kommen noch: Haus auf der alten Mauer - 4, Mühle - 14 und Weiler Eigelbach (2 Häuser) - 15 Einwohner.

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war für die meisten Bürger unseres Dorfes von Armut geprägt. Die Häuser waren klein und die Familien groß. Familien von 9 bis 13 Personen - davon 4 bis 10 Kindern - waren die Regel. Die Menschen plagten und ernährten sich recht und schlecht überwiegend von karger Landwirtschaft.

Damals gab es in Kopp ca. 31 viehhaltende Höfe (heute: 5 Voll- und 2 Nebenerwerbsbetriebe) mit durchschnittlich 4 Kühen, einem Pferd, 2-3 Zuchtsauen, 15 Hühnern und einigen Schafen je Hof. Der größte Bauernhof besaß 8 Kühe und zwei Pferde. Die kleineren und ärmeren Höfe bedienten sich anstelle des Pferdegespanns eines Ochsen- oder Kuhgespanns.



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Für die Kleinbauern war die Ziege, die sogenannte >Kuh des armen Mannes<, eine wichtige Ernährungsquelle. Ziegen, Kühe, Rinder und Schafe wurden im Sommer gehütet, erst nach dem letzten Weltkrieg wurden Koppeln errichtet.

 

Angebaut wurden Roggen, Hafer, Buchweizen, Weizen, seltener Gerste, Rüben und Kartoffeln. Gedüngt wurde kaum, nur zum Roggen gab man etwas schwefelsaure Amoniak. Dementsprechend waren auch die Erträge: bei Getreide 12 Zentner pro Morgen. Bis zum 1. Weltkrieg wurde Brotgetreide noch im Ort gemahlen, und zwar in der Obersten Wassermühle, die in der Nähe des heutigen Haus Schneider stand.



Heuernte



Die kurz vor dem 2. Weltkrieg einsetzende Motorisierungswelle revolutionierte die Landwirtschaft: Ein Morgen Acker musste mit Pferdegespann ca. 5 Stunde gepflügt werden, mit dem Schlepper geht es wesentlich schneller.

Es gab für die Bauern im Dorf wenig Möglichkeiten, die geringen Einnahmen aus der Landwirtschaft aufzubessern. Die kleineren Landwirte schälten im Sommer Lohe (Rinde von jungen Eichen), die damals noch zum Gerben gebraucht wurde, und halfen im Winter beim Getreidedreschen mit dem Flegel. Die Arbeit begann um 4 Uhr und endete mit einem Frühstück bestehend aus Haferbrei und Buchweisenknödel, das gleichzeitig auch der Lohn für die Leistung war. Bauern mit Pferdegespann konnten im Winter für die Gemeinde oder den Staatsforst Fichtenstammholz zum Bahnhof nach Birresborn transportieren. Auch die im III. Reich forcierte Milchwirtschaft hatte sich für Kopp positiv ausgewirkt. Die Kopper fuhren ihre Milch zuerst mit dem Pferdegespann nach Wallersheim, von dort ging es mit dem Kraftwagen weiter in die Molkerei nach Schönecken.



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Die Verdienstmöglichkeiten waren schlecht. So mussten sich viele junge Menschen bei bessergestellten Landwirten als Mägde und Knechte für harte Arbeit einen dürftigen Lohn verdienen. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen verdiente ein Knecht im Jahr eine Kuh, eine Magd - eine Färse (Kuh, die das erste Kalb bringt). Manche Landwirte haben das Gesinde darüber hinaus auch noch eingekleidet. Eingestellt wurde das Gesinde auf den sogenannten >Dingmärkten< in Schönecken oder Prüm, die einmal im Jahr - der Prümer am Stephanstag (2. Weihnachtstag) - stattfanden. Wurde die Magt oder der Knecht eingestellt, so gab es für sie einen sogenannten >Mietpfennig< in Höhe von ca. 3 DM. Damit war der - jeweils auf ein Jahr begrenzte - mündliche Arbeitsvertrag perfekt. Den Lohn - die Kuh oder die Färse - bekamen die Eltern.

Die Dorfwege waren meist nur Dreckgassen, und eine Wasserleitung gab es auch nicht. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Wasserleitung gebaut. Früher hatten die Häuser einen sogenannten Pütz, aus dem die Bewohner das Wasser schöpften.



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Viele Arbeiten in der Gemeinde wurden noch bis in die Nachkriegsjahre des zweiten Weltkrieges durch Fronarbeiten von den Bürgern ausgeführt.

Zwischen den beiden Weltkriegen fanden sich die arbeitslosen Männer des Ortes in der sogenannten >Heilsarmee< zusammen und verrichteten in der Gemeinde für wenig Lohn gewisse Arbeiten.

Doch bereits in diesen Jahren kamen wohlhabende Bürger aus der Stadt in unseren Ort, um hier Jagd zu pachten. Dies brachte so allmählich der Gemeinde und einigen Bürgern zusätzliche Einnahmen.